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Science & tech

Die Kamera am Rand des Himmels

The Camera at the Edge of the Sky

C1 · Advanced · 2 min read

Dina, fünfzehn, und Ivo, vierzehn, waren im Wissenschaftsclub der Schule, zusammen mit fünf anderen Kindern und ihrer Lehrerin, Frau Okonkwo. Ihr großes Projekt war ein Ballon. Sie füllten ihn mit Helium und befestigten eine Styroporbox daran, und in der Box waren eine kleine Kamera, ein Handy zur Ortung und ein Fallschirm, so sorgfältig verpackt, dass Ivo es neunmal kontrolliert hatte.

Am Samstag um neun Uhr stand der Club auf dem Schulhof und zählte herunter. „Drei, zwei, eins!“ Der Ballon stieg in die Wolken, bis er nur noch ein Punkt war, und dann war er weg. Eine Stunde später verlor das Handy das Signal. Etwa dreißig Kilometer hoch platzte der Ballon wie geplant, und der Fallschirm brachte die Box wieder nach unten, irgendwohin.

Die Kinder stiegen in den alten Kleinbus von Frau Okonkwo. Das letzte Signal hatte „östlich des Flusses“ gesagt. Sie suchten stundenlang: Straßen, Felder, ein nasser Graben, der Ivo einen Schuh kostete. Um vier Uhr nachmittags piepte das Handy einmal. Auf einem Kohlfeld saß eine alte Bäuerin, Frau Dolan, auf einem Eimer neben der weißen Box. „Gehört das Ihnen?“, fragte sie. „Meine Kuh hat versucht, den Fallschirm zu fressen.“

In der Schule öffneten sie die Kamera. Die Fotos zeigten das Feld, das immer kleiner wurde, dann Wolken, dann einen Himmel, der mittags so dunkel war wie die Nacht, mit einer dünnen blauen Kurve: dem Rand der Erde. Niemand sprach. Das letzte Foto war die riesige, verschwommene Nase einer Kuh. Alle lachten, und der Club hängte die beiden Fotos nebeneinander auf: „Der Rand des Himmels“ und „Der Rand der Kuh“.

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